From the Blogdrüben

Wo bist Du glücklich?

Istanbul, 7:27, Tag 318

Heute Nacht wieder lange, aber angenehm geträumt. Eine Polizeikontrolle ist mir noch in Erinnerung geblieben, erst ein Blitzgerät, dann noch mehr Blitzgeräte, wie in einer Galerie am Strassenrand auf beiden Seiten. Wir sehen Polizeischüler angestrengt auf die Geräte starren, wir sind 10km zu schnell, es blitzt nichts, wir landen trotzdem in einer Kontrolle. Der Polizeischüler untersucht mit einem Spiegel unser Auto an den unmöglichsten Stellen, es ist präpariert für ihn, er findet das lose Stückchen Blech, klopft vorsichtig dagegen, es löst sich. Aufgabe fast bestanden, dann verrutscht das Stück Blech auf dem Lack beim Herausholen, alle halten den Atem an. Ist er jetzt durchgefallen? Der Prüfer ist gnädig: Bestanden. Ich wache auf…

Gestern fragte mich Åsmund, der mich grade hier in Istanbul besucht, ob ich hier glücklich sei? Dem ersten Impuls folgend, sagte ich: ja, natürlich ja, ich bin hier zu Hause, meine zweite Heimat. Aber ich fühlte mich komisch bei der Antwort, etwas stimmte nicht. Denn natürlich bin ich hier nicht immer glücklich, es gibt solche und solche Momente.

Dann merkte ich 10min später, dass mein Glücksempfinden nicht von dem Ort an dem ich mich befinde abhängig ist. Ich war an den schönsten, exotischsten, luxeriösesten Orten, und unglücklich. Ich war an den einfachsten, dreckigsten, lautesten Orten, und glücklich. Und natürlich umgekehrt. Mein Glücksempfinden hängt sehr viel mehr von anderen Umständen ab. Am meisten noch von den Menschen, die mich umgeben, von der Aufgabe, an der ich grade sitze, von der Qualität der Interaktion, der Verbindung mit meiner Umgebung.

Instagram hilft mir ja seit knapp zwei Jahren dabei, mich mit den Orten zu verbinden, an denen ich mich gerade befinde. Ich versuche, täglich ein Foto nach dem Aufstehen zu machen. Zur Erinnerung und auch, um mich von der Schönheit des jeweiligen Orten zum glücklich sein inspirieren zu lassen.

Gestern Nacht nun, passend zu meiner Unterhaltung hat Instagram die Version 3.0.0 weltweit gelauncht.

Das Hauptfeature der neuen Vesion, neben vielen Detailverbesserungen, ist eine sehr schöne Kartenansicht aller Fotos, die man mit Instagram geschossen oder hochgeladen hat. Das funktioniert natürlich nur, wenn man dem Telefon erlaubt hat, die Positionsdaten der Fotos mit ab zu speichern.

Hier ein paar Screenshoots, der zweite mit der Warnung vorm Anschalten der Kartenfunktion, damit sich auch jeder hoffentlich wirklich bewusst wird, was er dort tut, wenn er die Positionsdaten seiner Fotos auch auf einer Karte anzeigen lassen möchte.

 

Viele kümmern sich ja gar nicht darum, welche Daten mit den einzelnen Fotos ins Netz hochgeladen werden. Ich bekomme zum Beispiel sehr häufig in den Kommentaren Fragen  nach dem Ort des aufgenommenen Fotos. Dabei sind fast alle meiner öffentlichen Fotos auch mit Positionsdaten versehen und mit ein, zwei extra Klicks kann man sehen, wo es aufgenommen worden ist.

Dies wird nun mit der Version 3 extrem vereinfacht, denn neben einer Mosaik und Normalansicht, ist nun noch die dritte Kartenansicht auf den Profilen der Instagram Nutzer dazu gekommen.

 

Und nachdem ich mich gestern hier  ja eher der dunklen Seite gewidmet hatte, ist es doch schön zu sehen, wo ich in den letzten beiden Jahren alles glücklich war!

An jedem dieser Ort, an denen ich in den letzten beiden Jahren meine 975 Instagram Fotos gemacht habe, gab es glückliche Momente. Aber natürlich auch die anderen, die nicht so glücklichen, die unglücklichen und verzweifelten!

Denn immer mehr versuche ich, Glück in mir selbst zu finden, unabhängig vom Verhalten oder der Beschaffenheit meines Umfeldes. Der ganz grosse Trick dabei ist aber, dass man nicht versucht, glücklich zu sein. Dass man einfach nicht nach Glück sucht. Denn wenn man absolut, brutal ehrlich zu sich ist, und genau hinschaut, dann merkt man, dass immer alle Bedingungen fürs glücklich sein schon vorhanden sind…

Leave a Reply