From the Blogdrüben

Mleeta, Libanons Hisbollah Museum und der Bazaar in Saïda…

Beirut, 7:37, Tag 278

Gestern Abend bin ich ungewöhnlich zeitig ins Bett, habe beim langsamen Einschlafen geträumt, es im Tiefschlaf vergessen und bin heute morgen schön ausgeruht, traumlos aufgewacht.

Am Mittwoch in Baalbek hatte ich Khalid, den shiitischen Fahrer gefragt, was man denn noch so machen könne hier. Nach ein wenig nachdenken schlug er Mleeta vor, einen Tagesauflug auf einen Berg in den Südlibanon, die ehemalige von Israel besetzte Sicherheitszone.

Auf dem Berg hat die Hisbollah (Hezbollah, Hasbullah) aus einem ihrer ehemaligen Hauptcamps eine Art Kriegsmuseum gemacht, das an die Widerstandsbewegung 1985-2000 erinnert.

In 2010 wurde es eröffnet, besteht aus einer “The Abbys” genannten Bereich, in dem zerstörte Israelische Panzer und Geschütze in Beton gegossen angeordnet sind. Ein spiralförmiger Weg führt immer tiefer in diese Kriegshölle hinein. Am Ende kann steht man zwischen den zerstörten Waffen.

Dahinter wurde zwischen den Bäumen “The Path” angelegt, bis zu 7.000 Kämpfer waren hier früher versteckt in Tunneln und unter den dichten Bäumen. Der Weg zeigt Kampfstellungen weitgehend im Original-Zustand nachgebaut, alles von Stacheldraht umgeben und man kann einen alten Maschinengewehrbunker und zwei hunderte Meter lange Tunnelanlagen incl. der ausgestellter Aufenthalts-, Schlaf-, Gebetsräume besichtigen.

In einer Mehrzweckhalle wird ein 12 Minuten “Propaganda” Film mit der Sicht der Hisbollah auf der Konflikt gezeigt, der mit den Worten “Isreal has fallen” endet. In einer weitere Art Ruhmeshalle, werde Zitate von israelischen Politikern nach dem Rückzug aus der Sicherheitszone, vielerlei weiteres Kriegsgerät und auch eine Liste aller strategischen und taktischen Ziele in Israel gezeigt.

Weiter oben ein Berg auf dem Blumenbeete, eine hoher Flaggenmast und eine Tafel an die gestrobenen Martyrer erinnern soll. Und dann erwische ich grade diesen Moment:

Hier die offizielle Webseite von Mleeta, dann Wikipedia und ein Blogartikel darüber mit vielen Bildern, die ich auch gestern gemacht habe.

Nach dem wir dann von dem 1.000m hohen Berg Mleeta wieder an der Küste des Mittelmeeres runter gefahren waren, sind wir zum Mittagessen in Saïda geblieben und einmal durch den dortigen orientalischen Bazaar gelaufen.

Es waren nur ein paar schnelle Bilder im Vorbeigehen möglich, mit dem besten Falafel Libanons in der einen und der Kamera in der anderen Hand. Herrlich trotzdem, wie viel ursprünglicher, direkter und damit auch unglaublich schöner dieser Bazaar ist, zum Beispiel im Gegensatz zu dem von Touristen völlig überlaufenen Grossen Bazaar oder Gewürzbazaar in Istanbul.

Durch enge gerade Gassen schlängelt sich die Geschäfte in einem vielleicht 500x500m Areal der Altstadt von Saïda

Auch hier natürlich Kabelgewirr unter der Decke des Gemüsestandes.

Und der Fleischer kriegt grad Schafsköpfe geliefert – bähhh!

Hier eine Werkstadt für Shisha Pfeifenköpfe, der Meister findet sicher alles, was er braucht in Sekunden… wenn er nicht da ist, braucht er sich auch keine Sorgen machen, anderen sind im Chaos verloren.

Viele Singer Nähmaschinen, fast alle der sicher 20 Schneider und Schuhmacher des Bazaars, hatten eine.

Dann haben wir Nachtisch entdeckt, mhhhh!

Und hier ein Kaffeeofen… herrlich, oder? der Kaffee vom Holzkohlenofen…

Gestern war meine letzte Nacht in Beirut, heute spät abends geht’s zurück nach Istanbul für zwei weitere Wochen Urlaub, nicht mehr im chaotischen, wunderschönen Libanon, sondern im ruhigen Sommerhaus in Silivri. Ich werd viel Zeit haben für die Mädels, den Garten und die vielen Projekte, die auf meinem Laptop und im Netz auf mich warten. Danke an Romeo, Khalid und Abdul und die vielen anderen hier, die mit ihrer überwältigenden Gastfreundschaft diese intensive Woche Urlaub so angenehm, interessant und aufregend gemacht haben.

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